Die Angedacht!-Manuskripte vom 25. bis 31. Januar 2026
Autor: Maike Jakob, Mainz
Thema: Raus aus der Kirche oder rein in die Kirche – und warum?
Sonntag, 25. Januar 2026, 6:40 Uhr
„Die Kirchen und ihre Mitgliederzahlen“ – Das Thema ploppt immer mal wieder auf. Vielleicht wart Ihr auch schon an dem Punkt: Bleib ich bei dem Verein? Trete ich aus? Oder ist das Thema für Euch längst durch? Spannend ist: Es gibt auch Menschen, die gehen genau den anderen Weg. Die Fernsehmoderatorin und Sängerin Ina Müller zum Beispiel, hat kürzlich erzählt, dass sie überlegt, wieder in die Kirche einzutreten. Weil sie öfters in die Kirche geht – an Weihnachten zum Beispiel aber auch einfach so. Um still zu werden, mit Gott ins Gespräch zu gehen. Ohne viel Trara. Wichtig ist Ina auch eine Sache, die oft untergeht: Sie sieht, wie viel Gutes Kirche bewegt: In sozialen Projekte, für Menschen, die im Leben nicht weiter wissen, für Frieden, wo es sonst knallt. Das zu unterstützen, findet sie gut und wichtig. Wäre das auch ein Ansatz für Euch: Der Kirche noch eine Chance zu geben, weil sie einen Raum für Eure Seele bietet, für Euren Glauben – oder einfach für Ruhe und zum Denken. Oder, weil sie Gutes tut und hilft? Und wollt Ihr heute mal genau schauen, wo Euch das überall begegnet?
Thema: Was immer ihr seid oder könnt – alles zählt!
Montag, 26. Januar 2026, 6:40 Uhr
Vielleicht begegnen Euch diese Woche junge Menschen: blass, nervös und mit schwitzigen Händen. Es ist Abi-Zeit: Prüfungsstress, Magensaußen und das Gefühl „Heute entscheidet sich mein Leben“ – ist für viele Jugendliche gerade 'ne riesen Nummer. Dabei gibt’s so viele Wege, die anders laufen als durchs Abitur und den Hörsaal. Und das ist ganz wunderbar: Ihr seid verschieden – das kann uns als Gesellschaft so stark machen. Die einen können mit ihren Händen Wunder wirken, schrauben und reparieren. Andere haben ein Herz, das sieht, wann Ihr einfach mal ein Ohr und eine Schulter zum Ausheulen braucht. Und die nächsten überlegen, wie wir besser fair und klug zusammenleben können. In der Bibel beschreibt der Paulus das wie einen Körper: Augen sehen, Ohren hören, Füße laufen. Keiner kann alles – aber zusammen funktioniert’s. Die Welt braucht Köpfe, Hände und Herzen. Handwerk, soziale Berufe, Studium – alles zählt. Macht Euch selbst, Euren Kindern oder Freunden und Freundinnen heute mal Mut genau das zu machen, was sie richtig gut können!
Thema: Übt, übt, übt: Jeder Mensch ist gleich wertvoll!
Dienstag, 27. Januar 2026, 5:40 Uhr
Die Nachrichten sind voll davon und Eure Timelines auch: Demos, Menschen, die auf die Straße gehen, sich wundtippen oder Plakate aufhängen für das, was ihnen wichtig ist: Gerechtigkeit, Demokratie, für ihren Blick auf die Welt. Das kann an einem Punkt nerven. Der Holocaustgedenktag heute erinnert dran, wohin es führen kann, wenn Menschen das nicht mehr dürfen. Weil ein System entscheidet, welche Meinungen und damit auch: welche Menschen – Wert haben und geschützt werden sollen und welche nicht. Zur Nazi-Zeit waren es vor allem jüdische Menschen, die verfolgt, entrechtet und vernichtet wurden. Aber auch Deutsche, die den Mut hatten, die Denke des Regimes offen zu kritisieren, waren im Visier der Staatsmacht. Ich glaube an einen Gott, dessen Plan jeder Mensch einen Wert hat. Egal, welche Religion, welche Herkunft und welches Geschlecht. Menschenwürde gehört nicht einer bestimmten Gruppe – sie gehört Euch allen. Heute ist ein guter Tag, das zu trainieren: Jedem Menschen bewusst Wert zu zugestehen, auch wenn er völlig anders tickt als Ihr.
Thema: Statt dauernd schnell zwischendurch – nehmt euch Zeit für andere!
Mittwoch, 28. Januar 2026, 5:40 Uhr
Wann habt Ihr das letzte Mal „echte“ Post bekommen? So richtig persönlich: Mit Briefmarke, Adresse und vielleicht sogar von Hand geschrieben. Mehr als kurz geklickt und schnell verschickt. Sondern jemand hat sich hingesetzt und gedacht: Ich nehme mir jetzt Zeit. Für dich. So ein Gruß ist fast ein Luxusartikel in einer Welt, in der Ihr wie viele Kurznachrichten und Voicemails wie nebenbei raushaut, ein echtes Statement: Du bist mir wichtig. Genau das beeindruckt mich jedes Mal, wenn ich mit alten christlichen Texten in Berührung komme: Die Bibel zum Beispiel oder Gebete, Texte für jeden einzelnen Tag im Jahr der Kirche – über Jahrhunderte hinweg von Hand abgeschrieben. Seite für Seite. Mit Tinte, Geduld und megamäßiger Hingabe. Diese Menschen hatten kein Copy-Paste. Nur Zeit. Und den Glauben: Die Worte diesen Invest wert sind und bleiben sollen. Wer ist es Euch wert, dass Ihr Euch Zeit nehmt. Für mehr als den schnellen Weg. Was soll bleiben in Eurem Leben? Und wollt Ihr das heute vermitteln – mit einem Gruß, der mehr echt als schnell ist?
Thema: Räumt Gott (genug) Platz ein – um euch zu supporten!
Donnerstag, 29. Januar 2026, 5:40 Uhr
Kennt Ihr das auch: Wenn der Wecker klingelt, es draußen stockdunkel ist – und Euch sogar der Kaffee müde anblinzelt? Es ist Ende Januar. Viele gute Vorsätze liegen irgendwo zwischen Dreckwäsche und To-Do-Listen begraben, und das neue Jahr fühlt sich plötzlich an wie… Alltag mit neuer Jahreszahl. Genau da rein, mitten in die Neujahrsmüdigkeit platziert ein Brief vom Apostel Paulus 'nen starken Satz: „[Gottes] Kraft wird in der Schwachheit vollendet.“ Also nicht im Perfektsein, nicht beim Durchstarten sondern gerade auch in den gelegentlichen Durchhängern kann sich Gottes Kraft voll auswirken. Er kann gerade da zum Zug kommen und was Gutes draus machen. Also wenn Euch heute die Kraft für den großen Wurf fehlt, wenn Ihr auf Sparflamme fahrt – dann ist es vielleicht Zeit für ein ehrliches „Guten Morgen“ zu Euch und ein Augenzwinkern für die Kollegen, denen es ähnlich geht: Keiner muss jeden Tag mehr glänzen – Ihr dürft auch einfach mal „nur“ da sein. Könnte sein, dass genau das Gott den Platz einräumt, was Gutes aus dem Hänger zu machen.
